Sildenafil ist ein verschreibungspflichtiger Wirkstoff zur Behandlung der erektilen Dysfunktion bei erwachsenen Männern. Er gehört zu den PDE-5-Hemmern. Dieser Überblick erklärt Wirkung, Anwendung und wichtige Sicherheitsregeln – ohne eine persönliche ärztliche Beratung zu ersetzen.
Wie wirkt Sildenafil?
Bei sexueller Erregung wird im Körper ein Signalweg aktiviert, der die Blutgefäße im Penis erweitert. Sildenafil hemmt das Enzym PDE-5 und kann dadurch die natürliche Gefäßreaktion unterstützen. Ohne sexuelle Stimulation entsteht durch den Wirkstoff allein keine Erektion.
Wann setzt die Wirkung ein?
Der Wirkungseintritt hängt unter anderem von Dosis, Mahlzeiten, Gesundheitszustand und gleichzeitig eingenommenen Medikamenten ab. Eine fettreiche Mahlzeit kann die Aufnahme verzögern. Verbindliche Zeitangaben und die passende Dosis sollten der Packungsbeilage des konkret verordneten Präparats beziehungsweise der ärztlichen Anweisung entnommen werden.
Welche Dosierung ist richtig?
Die geeignete Dosis wird individuell festgelegt. Alter, Leber- oder Nierenfunktion, Begleiterkrankungen und andere Arzneimittel können eine Anpassung erforderlich machen. Eine höhere Dosis bedeutet nicht automatisch eine bessere Wirkung, kann aber das Nebenwirkungsrisiko erhöhen. Sildenafil darf nicht häufiger oder höher dosiert eingenommen werden als verordnet.
Häufige Nebenwirkungen
- Kopfschmerzen und Gesichtsrötung
- Verdauungsbeschwerden oder Übelkeit
- Verstopfte Nase
- Schwindel
- Vorübergehende Seh- oder Farbwahrnehmungsstörungen
Die vollständige Liste unterscheidet sich je nach Präparat. Maßgeblich sind Fach- und Gebrauchsinformation sowie die Beratung durch Arzt oder Apotheke.
Wann darf Sildenafil nicht eingenommen werden?
Sildenafil darf insbesondere nicht zusammen mit Nitraten oder Stickstoffmonoxid-Donatoren wie sogenannten „Poppers“ verwendet werden. Auch die Kombination mit Riociguat ist kontraindiziert. Sie kann zu einem gefährlichen Blutdruckabfall führen. Bei schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen, niedrigem Blutdruck, bestimmten Augenerkrankungen sowie nach Herzinfarkt oder Schlaganfall ist eine besonders sorgfältige ärztliche Beurteilung erforderlich.
Wechselwirkungen
Andere Medikamente können die Wirkung und den Abbau von Sildenafil verändern. Dazu gehören unter anderem bestimmte Mittel gegen Pilzinfektionen, HIV-Medikamente, einige Antibiotika und Alpha-Blocker. Geben Sie deshalb immer eine vollständige Medikamentenliste an. Kombinieren Sie Sildenafil nicht eigenständig mit anderen Potenzmitteln.
Was tun, wenn Sildenafil nicht wirkt?
Mögliche Gründe sind fehlende sexuelle Stimulation, eine ungeeignete Einnahmesituation, Wechselwirkungen oder eine nicht ausreichend behandelte Grunderkrankung. Nehmen Sie nicht einfach eine zusätzliche Dosis. Besprechen Sie wiederholte Wirkungslosigkeit ärztlich.
Warnzeichen
Bei Brustschmerzen, plötzlichem Seh- oder Hörverlust oder einer schmerzhaften Erektion von mehr als vier Stunden ist unverzüglich medizinische Hilfe erforderlich.
Quellen
- European Medicines Agency: Viagra
- EMA: Fach- und Gebrauchsinformation
- gesund.bund.de: Arzneimittel mit und ohne Rezept
Stand: September 2026. Allgemeine Information, keine individuelle Dosierungs- oder Therapieempfehlung.

